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Die Teilnehmenden der 6. Thüringer Umweltbildungskonferenz verabschieden folgende Empfehlung für ein Leitbild zur UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BfNE) (2005 – 2014) in Thüringen  

 

1. Thüringen beteiligt sich auf der Grundlage des Kapitels 36 der Agenda 21, der 10 Leitlinien zur Umsetzung der Agenda 21 in Thüringen und in Anlehnung an die Hamburger Erklärung der Deutschen UNESCO-Kommission zur UN-Dekade „Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung“. Die Teilnehmenden bieten ihre aktive Mitwirkung an.  

 

2. Vorrangiges Ziel der Begleitung der UN-Dekade in Thüringen ist die am Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung orientierte Weiterentwicklung - ggf. einschließlich einer entsprechenden Neuausrichtung - vorhandener Bildungsangebote durch intensivere Vernetzung, Bündelung und Transfer bestehender Bildungsangebote. Weiterhin ist eine Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung der Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu erreichen.  

 

3. Die Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung umfasst die umwelt- und entwicklungspolitischen Bildung, die Friedenserziehung, die Erziehung für eine Welt, die Gesundheitsförderung und –erziehung, die technische wirtschaftliche, soziale und politische Bildung, das lebenslange berufliche und allgemeine Lernen.  

 

4. Bildung für Nachhaltige Entwicklung richtet sich an alle Menschen und versteht sich als Beitrag zum Lebenslangen Lernen. Dementsprechend wird die Vernetzung aller bildungsrelevanten Einrichtungen und Ebenen sowohl der formalen als auch der nichtformalen Bildung angestrebt. Lernorte haben dafür in der vorschulischen und schulischen Bildung, in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und in der außerschulischen Bildung ihren Sitz.  

 

5. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung spielt die Herausbildung von Gestaltungskompetenzen eine wesentliche Rolle. Diese schließen u. a. Partizipationsfähigkeit, interdisziplinäres Herangehen, vorausschauendes und vernetztes Denken und die Fähigkeit zu Reflexion ein. Dementsprechend erfordert die Vermittlung von Nachhaltigkeit neue methodische Lernformen z. B. selbstorganisiertens projektorientiertes oder partizipatives Lernen .Die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales sollen dabei integrativ und gleichrangig betrachtet werden.  

 

6. Wesentliche Handlungsfelder einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung sind die jeweils zielgruppenadäquate Auseinandersetzung mit den Themenschwerpunkten Flächenschutz und -nutzung, Klimasschutz und Energie, Biodiversität, Mobilität und Verkehr, regionale und nachhaltige Wirtschaft, Arbeit und Soziales, Familien, Lebensstil und Wohnungsbau, Ernährung und Gesundheit, Erholung und Tourismus, Demografischer Wandel, Partizipation und Entwicklungszusammenarbeit.  

 

7. Der Arbeitskreis Umweltbildung Thüringen e.V. – akuTh – wird gebeten, diese Vernetzungsprozesse aktiv voranzutreiben. Die Landesregierung wird gebeten, den akuTh und alle partizipierenden Bildungseinrichtungen bei der Weiterentwicklung ihrer Angebote im Sinn einer nachhaltigen Entwicklung nach Kräften zu unterstützen. Die Teilnehmenden der 6. Thüringer Umweltbildungskonferenz erklären sich bereit, jeweils in ihrem eigenen Handlungsbereich auf eine Weiterentwicklung ihrer Bildungsangebote entsprechend dem Leitbild hinzuwirken und an der angestrebten Vernetzung aktiv mitzuwirken. Sie appellieren an alle Bildungsakteure in Thüringen sich diesem Prozess anzuschließen und bieten ihre Unterstützung an.

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